Auf Lachen hoffen – Schortbrief 33 im Schuljahr 2022/23

Foto: Markus Althoff

Morgen ist Weltlachtag. Begangen wird der jedes Jahr am ersten Sonntag im Mai. Beim Rückblick auf die vergangene Woche weiß ich nicht so recht, was ich davon halten soll. Klar, Lachen ist gesund. „Es ist wissenschaftlich erwiesen“, heißt es z.B. in einem aktuellen Beitrag in der Augsburger Allgemeinen, „wie gesund lachen für den Körper sein kann. Beim Lachen werden etwa 300 Muskeln angespannt und der Körper schüttet Glückshormone aus, wodurch sich das Stresslevel senkt.“

Aber nicht jede Art von Lachen ist gesund. Es gibt Formen des Lachens, die nicht Ausdruck von Freude, sondern der Schadenfreude sind; es gibt Arten des Lachens, die nicht Glück ausdrücken, sondern Geringschätzung; und es gibt Momente, da bleibt einem jedes Lachen im Hals stecken. Dann überwiegen Sorge, Entsetzen, Angst.

So sorgen wir uns seit dem vergangenen Mittwoch um die beiden Mädchen, die an der Evangelischen Schule Neukölln durch die Gewalttat eines schulfremden Erwachsenen schwer verletzt wurden. Wir sind ratlos, was jemanden zu so einer entsetzlichen Tat bringt. Wir sind voll Mitgefühl für die Opfer, für deren Familien und Freunde, für die Schulgemeinde, die das Trauma verarbeiten und neu Vertrauen gewinnen muss in einen unbeschwerten und angstfreien Schulalltag.

Woher kommt in solch schweren Situationen Hilfe?

Sie kommt von Seelsorger*innen, Psycholog*innen und Ärzt*innen, von Menschen mit offenen Ohren für Sorgen, Nöte und Ängste, die ein solches Ereignis auslöst. Gott sei Dank sind diese Menschen für die Schüler*innen und die Erwachsenen an der Evangelischen Schule Neukölln jetzt und auch in Zukunft da.

Sie wird gestützt durch einen Notfallplan, auf den Mitarbeitende, betroffene Schulen und diejenigen, die in der Schulstiftung als Trägerin Verantwortung tragen, zurückgreifen können und der eine Grundlage für schnelles und sicheres Handeln bietet.

Sie wird gespeist durch die Hoffnung, dass die beiden verletzten Mädchen wieder vollständig gesund werden und ihre körperlichen und seelischen Verletzungen überwinden können.

Sie wird getragen von der Gewissheit, dass Gott auf der Seite dieser Hoffnung steht und alle Gebete und guten Wünsche auf offene Ohren stoßen.

Mit Hanns Dieter Hüsch glaube ich, dass auch in solch schweren Situationen Gottes guter Geist stärken und zum Lachen befreien will und kann und dass wir auf dieses Lachen hoffen dürfen.

Gott ist das Lachen, nicht das Gelächter, Gott ist die Freude, nicht die Schadenfreude, das Vertrauen, nicht das Misstrauen …

aus Hanns Dieter Hüsch, Der Geist, der lebendig macht

https://www.ev-schule-charlottenburg.de/wp-content/uploads/sites/5/2023/05/SJ-22-23-ESC-SCHORTBRIEF_33-1.pdf

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